Drupal die 2.

Druplicon
Immer noch die Nummer 1

Der Glaubenskrieg bei den Content-Management-Systemen kann bisweilen bizarre Züge annehmen. Angeblich soll es 1400 davon geben. Stellen Sie sich vor, sie hätten 1399 Alternativen zu Microsoft Word…. Also ich könnte nicht mehr ruhig schlafen. Die Tendenz, sein aktuelles System als das Beste darzustellen, wird durch diese Zahl wahrscheinlich noch verstärkt.

Man kennt die Anderen einfach nicht. So geht es auch mir. Mit Typo3 habe ich es zweimal versucht. Es ist wahrscheinlich wesentlich besser, als ich denke. Der Kunde, dessen Seite mit Joomla! umgesetzt werden sollte, machte sich unrühmlich und ohne zu bezahlen, aus dem Staub. So gesehen ist das Beste das Einzige: das einzige System, mit dem ich aktuell eine komplette Seite umgesetzt habe – die grandiose Seite der Zukunft hannover-bebt.de ist eben Drupal.

Und ich muss schon sagen: die Einstiegshürden sind nicht gerade gering. Wenn es nur um das Benutzerinterface ginge, würde ich lieber heute als morgen auf Version 5 umsteigen. Wäre aber so, wie im Produktivbetrieb Windows Vista zu installieren. Also warten. Nun zum eigentlichen Inhalt dieses Posts: als nun schon etwas geübter Benutzer kann ich nur sagen: wow. Die Community erweist sich bisweilen als etwas spröde – anscheindend wesentlich mehr Entwicker dort am Start als Designer oder einfach nur Benutzer. Soviel zum Thema Einstiegshürde: es wird von einem erwartet, dass man so denkt, wie ein Entwickler. Ohne zumindest grundlegendes PHP-Verständnis geht eigentlich nichts. Und vieles ist im Kern angelegt, doch ohne Anpassungen unbrauchbar.

Doch hey, das ist doch genau das, was so jemand wie ich will: ein ungeschliffener Diamant, an dem man sich dann als Edelsteinschleifer profilieren kann. Eigentlich ist doch nur eine Sache an so einem CMS wichtig (mal abgesehen davon, dass es gefälligst den aktuellen Job tun soll): Das Gefühl, dass es nach oben keine Grenzen gibt.

Und genau da rocken Systeme wie Ruby on Rails, CakePHP oder eben Drupal: Beschränkung auf den Kern, und mit den “Hooks” genannten Angriffspunkten für den geneigten Programmierer lässt sich tatsächlich fast alles verwirklichen. Wer also PHP-Entwickler zu seinem Bekannten- oder erweiterten Mitarbeiterkreis zählt, sollte mal ein Auge werfen. Es könnte durchaus der Anfang einer wunderbaren Freundschaft sein…