Drupal rockt

Druplicon
Das Content-Management-System der Zukunft

Wir haben hier ja an früherer Stelle schon von CakePHP berichtet. Ein durchaus ähnliches Konzept verfolgt das CMS Drupal. Von den holländischen Studenten Dries Buytaert und Hans Snijder zunächst für den Eigenbedarf als einfache Groupware entwickelt, hat es sich mittlerweile zu einem veritablen und von der Funktionalität her geradezu furchteinflössenden CMS entwickelt. Links: www.drupal.org www.drupalcenter.de
Seine besondere Stärke sind Communities, in denen es vor allem auf die problemlose Vernetzung aller Funktionen ankommt. Für eine klassisch statische Website geht es genauso, da muss man ihm dann fast schon ein bisschen die Flügel stutzen. Drupal positioniert sich im Vergleich zu seinem Konkurrenten Joomla als weniger Out-of-the-box mit viel schlankerem Core (in der Basisinstallation unter 1MB!). Der Rest ist sehr stark modular ausgelegt. Das bedeutet einerseits, dass mehr Handarbeit nötig ist, und für die Funktionalität, die die Redaktion von einem “normalen” (was ist in diesem Bereich schon normal?) CMS erwartet, mussten schon ein paar Module nachinstalliert werden.

Diese Installation geht im Allgemeinen aber sehr einfach und macht selten Probleme, vorausgesetzt, man kennt sich mit der richtigen Rechtevergabe unter Linux aus – der PHP-user wwwrun muss auf die Dateien zugreifen dürfen, sonst geht wenig. Das Admininterface (bei der neuesten Version drupal 5 jetzt allerdings stark verbessert) ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, bis man weiss, wo alles ist. Dann ist auch das problemlos.

Diese etwas magere Grundausstattung frustet einen zunächst, offenbart sich nach und nach aber als grösster Vorteil des Systems: Die Entwickler konzentrieren sich auf den Core, und optimieren diesen auf Effizienz und Geradlinigkeit, vergleichbar vielleicht zu einem Linux-Kernel (Ein grober Vergleich, zugegebenermassen habe ich nicht den leisesten Dunst, wie ein Linux-Kernel funktioniert). Die Grundfunktionalität muss natürlich im Kern angelegt sein, aber auch nicht mehr. Dadurch kann sich mit Hilfe der richtigen Module jeder das für seine Anforderungen passende System zusammenstellen (Module gibt es wahrlich reichlich). So und durch eine moderne und von flacher Hierarchie geprägter Programmierung ergibt sich, dass Drupal bei Performancetests allen anderen davonrennt (siehe z.B. Test in Internet Professionell).

Bevor das hier ausufert: man merkt, die Redaktion ist begeistert. Was wir allerdings dringend empfehlen, ist jemand dabeizuhaben, der zumindest PHP-Grundlagen hat. Sonst scheitert man an den eigentlich recht einfachen Anpassungen. Probiert es aus, Leute.

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Kommentar der Redaktion (08/2017): Oh, those were the days. Als Drupal 5 noch ganz neu war und der Core < 1 MB groß...
Man verzeihe mir meinen damaligen, gewaltig danebenliegenden, Vergleich mit Cake PHP, ich habe damit nie ein Projekt umgesetzt.