Goldene Zeiten – Filmtip

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Spülbürste

People are different in Unna

Glaubt den Kritikern nicht. Geht hin! Brillianter und gleichzeitig rührender Film von Peter Thorwarth (Bang Boom Bang / Was nicht passt wird passend gemacht), der auch voll auf die Knochen geht.

Als grosser Fan von “Bang Boom Bang” und dem anderen obengenannten Film war ich schon ein wenig gespannt, was denn auf mich zukäme. Der (Anti-)Held Ingo (Wotan Wilke Möhring) ist Eventmanager und eine fast perfekte Marius Müller-Westernhagen-Kopie aus dessen frühen Jahren, vor allem auch vom Charakter her, den er spielt. Man leidet mit ihm, man befürchtet das Schlimmste, man denkt, oh Gott, das dicke Ende wird noch schlimmer.
Ingo ist meistens peinlich und verstrickt sich nicht in ein Netz aus Lügen. Nein, er hängt schon hoffnungslos drin. Die Ergeignisse rund um ein Jet-Set Golfturnier und lauter Hochstapler spitzen sich in typischer Thorwarth-Manier zu, und dann passiert das unerwartete: ein ernsterer Ton wird angeschlagen. Stellen Sie sich vor, Sie befünden sich tatsächlich inmitten dieses heillosen Schlamassels.

Für mich ein mutiger Schritt, der die Bilder länger haften lässt und einen grossen Zugewinn an Dynamik bedeutet. Der Übergang dahin ist zugegebenermassen holprig – na und? Zurück bleibt eine Parabel über die Verführungen des Erfolgs, über die Haltbarkeit von Täuschungen und die Probleme von Frauen mit supergutem Aussehen (davon gibt es hier einige). Lassen sie sich mitnehmen über diese Buckelpiste, aber machen sie vorher etwas Skigymnastik. Ich habe die meiste Zeit schallend gelacht, vielleicht tun Sie es auch.