Highway Psychos

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Highway Psychos

Beth arbeitet im NIrgendwo an einem amerikanischen Highway. Sie betreibt ein Motel und ein Diner, die gemeinsam haben, daß kaum jemand vorbei kommt. Eines Tages taucht ein zwielichtiger junger Mann auf. Als dieser blutend vor dem Motel zusammenbricht, kümmert sich Beth um ihn. Ebenfalls auftauchende Surfer, die den Fremden zu kennen scheinen, stürzen Beth in einen Konflikt, wem sie trauen soll.

Das langsame Erzähltempo und die ausgebleichte Optik sind wesentliche Stilmerkmale des Films und zeigen seine recht moderne Herkunft. Andere Rezensenten ziehen Parallelen zu Hitchcock, und tatsächlich kann man neben dem Plot auch in der Optik Verwandtschaften feststellen. Ähnliche Bilder finden sich z.B. im Film “Brick”.

Der wesentliche Grund, daß das Ganze hervorragend funktioniert, liegt im oben angesprochenen Grundkonflikt der Hauptdarstellerin: die Katze wird erst relativ spät aus dem Sack gelassen. Durch die Langsamkeit, die zunächst immer nur durch kurze Schockmomente durchbrochen wird, wirkt die durchaus auch vorhandene Action umso nachhaltiger. Diese Erzählökonomie würde man sich auch für manche moderne Effektschlacht im Kino wünschen, die oft des Guten zuviel tun und den Zuschauer einfach nur zuballern, wodurch die Rasanz ein Element der Beliebigkeit bekommt.

Die durchgehend recht unbekannten Darsteller (wobei der smarte Josh Lucas Mattew McConaughey ähnlich sieht, und die Hauptdarstellerin Radha Mitchell mich frappierend an Heidi Klum erinnert) tragen zu einem gewissen Gefühl der Authentizität bei.

Die Spannungsschraube wird immer weiter angezogen und es gibt dann auch durchaus richtig auf die Knochen, was hart und realistisch herüberkommt und trotzdem Spass macht.

Ich mag gar nicht mehr über den Film verraten, den ich nun schon zweimal im Fernsehen gesehen habe, wobei mir die Genialität erst beim zweiten Sehen so richtig aufging. Ein Geheimtip für Freunde des ungewöhnlichen Thrillers, der versucht, neue Wege zu gehen.