King Kong – Filmtip

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Schimpanse

Bei der Rezension dieses Filmes kann man schon ein paar Superlative herausholen. Mit über 200 Millionen Dollar ist er schliesslich auch der vorerst teuerste aller Zeiten. Da es auf angelaufen.de schon eine Zusammenfassung einiger (also wirklich einiger) Kritiken gibt, kann ich hier freien Herzens subjektiv zu Werke gehen.
Na, dann will ich mal meiner Begeisterung Ausdruck geben.

Das Opus ist rund drei Stunden lang, und es wird keine Sekunde langweilig. Haarsträubendste Actionszenen in der Mitte des Filmes werden eingefasst von ruhigen und nachdenklichen Momenten am Anfang und im letzten Teil, die in New York spielen. Dieser Spannungsbogen wird perfekt durchgehalten und man verlässt das Kino völlig durchgeschüttelt, und trotzdem auch berührt. Und das, obwohl die Story von den wichtigsten Plotwendungen her sattsam bekannt ist.

Die Spezialeffekte sind von einer nie dagewesenen Perfektion und Jackson haut aufs Mett, was die Rendering-Engine hergibt. Man sieht dabei in jedem Detail, wie teuer das gewesen sein muss. Der Effekt ist allerdings, dass vor allem die Figur King Kongs definitiv nicht mehr digital animiert aussieht, und der Zuschauer das irgendwann schlicht vergisst. Eine Szene, wo Kong sich einen Kampf mit dem T-Rex liefert, steigert sich mitutenlang bis ins Absurde, und man hält abwechselnd den Atem an vor Schreck und muss dann wieder brüllend lachen. So etwas, das verspreche ich euch, habt ihr im Kino noch nicht gesehen.

Doch das ist nur die Hälfte der Medaille. Was das ganze Effektspektakel, das sonst leicht auseinanderfallen könnte, zusammenhält, ist etwas anderes. Es wird glaubhaft vermittelt, wie sich zwischen King Kong und Ann Darrow (gespielt von der grossartigen Naomi Watts) eine Beziehung entwickelt. Und das wesentliche spielt sich dabei im Gesicht des Gorillas ab: dieses Mienenspiel des Affen ist der eigentliche Star des Filmes. Wie die weisse Frau nach anfänglicher Todesangst immer mehr Symphatie und schliesslich so etwas wie Liebe (soweit das sein kann, es ist klar, dass nicht geknutscht wird) für den Affen entwickelt, das rührt einfach zu Tränen.

Wer keine Angst vor Spoilern hat, kann auch die Kritik von Karsten Baumgart auf Filmstarts.de lesen. Baumgardt geht ausführlich auch auf Hintergründe der Produktion ein.

Wer der Name der Rose, Blade Runner und Terminator 2 (für mich DIE optisch eindrucksvollsten Filme, die ich jemals gesehen habe) mochte, wird den Film lieben. Wer für so etwas nichts übrig hat, sollte vielleicht lieber nicht hingehen. Für mich bleibt es der Film des Jahres, Harry Potter und auch Star Wars können da nicht mithalten, das ist meine subjektive Meinung.