Penny Dreadful - Schaurig-schöne Horror-Mystery Serie

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Penny Dreadful

Mit dem Start von Netflix in Deutschland sind allerhand interessante Serien im Streaming verfügbar. Penny Dreadful ist eine davon, die im viktorianischen London spielt und allerhand Vampire, Werwölfe und andere übernatürliche Elemente vereint. Obwohl als "Netflix Original" angekündigt, ist die Serie ein Koproduktion des US-Kabelsenders Showtime und des britischen Pay-TV-Senders BSkyB. Jedoch hat sich Netflix zumindest die deutschen Erstausstrahlungsrechte gesichert.

Ich habe bis jetzt die ersten drei Folgen geschaut und bin durchaus angetan. Kritiker werfen der Serie vor, sie habe zuviel Elemente zusammengeklaut. Man kann nicht verleugnen, daß die Optik, grundlegendes Thema, Tonfall und einiges andere wenig Originalität aufweist.

Das viktorianische London wurde schon oft in Filmen recht ähnlich verwendet, und sieht hier genauso aus wie z.B. in den neueren Sherlock-Holmes Filmen mit Robert Downey jr. oder die Liga der außergewöhlichen Gentlemen. Wer das Buch "Die Glasbücher der Traumfresser" gelesen hat, wird auch einiges von dessen leicht phantastischer Atmosphäre wiederfinden. Schon fast im Überfluß kommen bekannte Figuren aus der klassischen Schauerliteratur vor wie Dr. Frankenstein, Dorian Gray und einige weitere.

Weitere klare Einflüsse sind meiner Meinung nach "True Blood", genau wie in diesem gibt es viel Sex und recht blutige Szenen, und reichlich übernatürliche Kreaturen.

Ein Mix aus bekannten Elementen also. Wer sich daran nicht stört, kann allerdings allerhand durchaus Originäres entdecken. Die Charaktere bieten viel Rätselhaftes und auch viel Sympathisches. Keiner ist ohne Sünde, aber man fühlt mit Ihnen. Die Geschichte gibt gerne Rätsel auf, allerdings folgen die Auflösungen meist ein bis zwei Folgen später. Also nichts für "Lost" Fans.

Was allerdings gleich positiv heraussticht, sind die Charaktere und schauspielerischen Leistungen. Eva Green und Josh Hartnett sind sicherlich die bekanntesten Gesichter, der Rest des Casts sind vielfach nicht unbekannte Mimen, jedoch liegt einem nicht gleich der Name auf der Zunge. Durch das eher gemächliche Erzähltempo wird den Personen ausreichend Raum eingeräumt, damit wir zu Ihnen einen Draht bekommen können.

Als Fan der ersten beiden Staffeln von True Blood und von gut gemachten Vampir/Werwolf- was immer Filmen gibt es für mich persönlich auch sonst allerhand, das mich bei der Stange hält. Durch das Serienformat wird sich Zeit gelassen beim Aufbau der Geschichte und der Charaktere. Das dargestellte London ist sicherlich erlesen staubig, aber es fühlt sich durchaus real und präsent an, man denkt nicht die ganze Zeit daran, sich in einem Historienschinken zu befinden. Es wird nicht die ganze Zeit in dunklen Kellern herumgekraucht, sondern auch strahlende Tageslichtszenen haben reichlich Raum.

Ein vielversprechender Anfang ist gemacht, schauen wir, wie die Sache sich weiterentwickelt.